Die wesentlichen Dinge passieren immer noch analog – auch im Marketing

In meiner Ecke des Internets beschäftigen sich gefühlte 9 von 10 Tweets, Statusmeldungen, Newsletter-Überschriften mit Social Media, insbesondere Facebook. Als gäb’s nix anderes mehr in Marketing und Kommunikation. Frei nach Musiker Georg Ringsgwandl würde ich sogar behaupten, auch im Marketing passieren die wesentlichen Dinge immer noch analog. Hier sind meine persönlichen TOP 5 im analogen Marketing:

Platz 5: Billboards, Plakate & Co.
Plakat- und Anzeigenwerbung ist nicht jedermanns Sache: Sie funktioniert gut im B2C Bereich und für Massenprodukte oder große bekannte Marken, für die meisten Unternehmen hieße es, mit Kanonen auf Spatzen schießen. Trotzdem: Ich habe ein Faible für originelle, witzige und intelligent gemachte Werbeanzeigen. In der Analogwerbung gibt es fast nichts Schöneres. Beispiele für gelungene Billboards und Anzeigenkampagnen aus der ganzen Welt habe ich hier gesammelt http://pinterest.com/mmartschenko/cool-ads/

Platz 4: Die Verpackung
Gute Verpackungen sind echte Alleskönner: Sie sehen schön aus, fühlen sich gut an, spiegeln den Mehrwert des Produkts wider, machen den Produkten Beine und unterstützen das Branding des Unternehmens. Lieken Urkorn hat z.B. ganz aktuell seine gesamte Verpackung neu designen lassen. Das Besondere: Verpackung ist und bleibt analog. Dennoch können auch Anbieter von immateriellen Leistungen davon profitieren: In Form von Briefpapier, Briefumschlägen, Ordnern, CD-Hüllen. Auch Büroräume können „verpackt“ werden. Wie das im Einzelnen aussehen kann ist hier zu sehen http://pinterest.com/mmartschenko/branding-packaging/

Platz 3: Das Give-away
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Privat und im Business. Die am häufigsten verschenkten Artikel im Business Bereich sind Kugelschreiber, Kaffeebecher und USB-Sticks. Sie sind im Geschäftsalltag ständig im Gebrauch, relativ gut haltbar und lassen sich leicht individuell branden. Originell ist das natürlich nicht, aber praktisch. Wer eine eindeutige Metapher oder ein klares Bild für sein Business hat kann sich und andere leicht zu guten Ideen inspirieren. So hat mir Iris Kaiser von brave flower im letzten Jahr zu Weihnachten eine schöne Geschenkidee empfohlen, die bei meinen Auftraggebern sehr gut angekommen ist: Eine Espressokanne aus Filz als Untersetzer.

Die Bialetti aus Filz kann auch bei wohlgeraten bestellt werden.

Platz 2: Die Visitenkarte
Für die meisten Geschäftsleute ist die Visitenkarte ein Stück Papier mit Kontaktdaten und so selbstverständlich Teil der Geschäftsausstattung, dass sie sich gar keine großen Gedanken darüber machen wie es aussieht und wie wichtig es ist. Wenn ich von Messen und Veranstaltungen an meinen Schreibtisch zurückkehre, breite ich sie nebeneinander aus. Ganz selten ist einmal ein erinnerungswürdiges Exemplar dabei. Schade, denn die Visitenkarte ist eine Eintrittskarte zum Gedächtnis des Gesprächspartners, bei dem wir in guter Erinnerung bleiben wollen, und ein Türöffner für ein persönliches Gespräch. Einige kreative Beispiele habe ich hier gesammelt http://pinterest.com/mmartschenko/creative-business-cards/

Platz 1: Das persönliche Gespräch
Es geht nichts über ein persönliches Gespräch. Für Dienstleister:innen findet fast das gesamte Business analog statt: Beratung, Training, Coaching sind am effektivsten analog – besonders wenn es sich um komplexe Themen handelt. Da ist es nur fair, wenn deine Kund:innen dich vorher in einem persönlichen Gespräch erleben. Das schafft Vertrauen. Da lässt sich Begeisterung leicht teilen. In persönlichen Gesprächen werden Geschichten erzählt und Empfehlungen ausgesprochen. Idealerweise münden auch deine Social Media Kontakte in ein persönliches Gespräch, z.B. auf einer Veranstaltung oder einem Mittagessen. Am liebsten bei einem Espresso. Meine Devise lautet: Persönliche Gespräche führen zu guten Beziehungen. Und gute Beziehungen führen zu guten Geschäften.

Lass uns darüber sprechen, welche deine liebsten analogen Marketingtools sind.

Comments (6)

  1. Hallo, Maren,
    vielen Dank für diesen Artikel, er spricht mir aus der Seele. Das gute alte persönliche Gespräch sollte nicht in Vergessenheit geraten. Grüße, Ursula

  2. Find ich völlig richtig, das Wesentliche ist analog –
    und oft persönlich.

    lg D. Lux

  3. Gut, das mal so konkret zu sehen. Für mich gehören auch noch persönliche Briefe und Karten dazu. Und natürlich die gute alte Flipchart-Präsentation, mit der wir beide in den letzten Tagen gute Erfahrungen gemacht haben 🙂
    Herzliche Grüße
    Ulrike

    • Maren Martschenko

      Liebe Ulrike,
      wahre Worte! Das gute alte Flipchart hat ja erst kürzlich Einzug gehalten in mein Marketingleben. Bis dahin gab es mich nur aus Versehen ohne Powerpoint 😉 Ich möchte es jetzt nicht mehr missen. Sicher wäre das Thema „Visual Facilitation“ auch unter den Top 5.
      Der Brief erlebt ja mittlerweile auch schon eine Renaissance wegen seines Seltenheitscharakters.
      Danke für die schönen Ergänzungen!
      Herzlichst,
      Maren

  4. Hallo,

    persönliche Gespräche sind unschlagbar und dazu habe ich meist außer Visitenkarten ein kleines Sichtbuch dabei. Die Post nutze ich immer seltener, schöne Postkarten verschicke ich immer noch gerne: mit Tinte und (Füll-) Feder (-halter) beschriftet oder mit Erdfarben bemalt oder mit kalligraphischen Elementen verziert… 🙂

    Interessanter Blog, übrigens!

    Bodenfreundliche Grüße
    Silke Bicker

    • Maren Martschenko

      Liebe Silke, vielen Dank für Dein Feedback! Ich habe auch das Gefühl, dass handgeschriebene Karten in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung eine ganz neue Wertigkeit bekommen. Umso so schöner wenn jemand wie Du noch das Handwerk der Kalligrafie beherrscht. Ein Kollege von mir ergänzt auf seinen Visitenkarten seine Handynummer mit Füller, wenn er eine Karte überreicht. Das finde ich auch sehr schön!

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