Ich war noch nie der Typ Mensch, der gesagt hat, dass früher alles besser war. Ich habe schöne Erinnerungen und auch ganz blöde, wie das sicher bei den meisten Menschen so ist. Ich bin ein Fan davon, im Hier und Jetzt zu leben. Es gibt dieses Zitat von Mahatma Gandhi: „Lebe, als würdest Du morgen sterben. Lerne, als würdest Du ewig leben.“ Diese Haltung gefällt mir.

Kürzlich hielt ich einen Vortrag im Gründerinnenzentrum von München und durfte dort meine Geschichte erzählen, wie ich selbständig wurde und was ich gelernt habe. In der Vorbereitung ist mir noch einmal bewusst geworden, was für ein Luxus das ist: Ich arbeite seit einigen Jahren genauso wie ich es will, wann ich will, wo ich will, mit wem ich will. In einem Beruf, der zu 100% mir entspricht. Mein geschätzter Kollege Sascha Theobald schrieb in einem Rückblick über seine 10 Jahre Selbstständigkeit, wie sehr ihn dieses „Selbst und Ständig“-Gejammere nerve. Er fände es großartig selbständig zu sein, denn dann könne er ständig er selbst sein. Damit sprach er mir aus der Seele.

Es ist für mich das Schönste in meinem Leben, dass ich in allem, was ich tue, immer ich selbst sein kann. Mit meinen Ecken und Kanten, mit meinen Stärken und Schwächen akzeptiert, geliebt und anerkannt zu werden. Das war nun wirklich nicht immer so in meinem Leben.

Wer meinen Bademantelvortrag kennt, weiß dass ich als Kind mit meinem Eigensinn oft angeeckt bin, mich für einen beruflichen Weg entscheiden hatte, aus einer Mischung aus gesellschaftlicher Akzeptanz und falscher Angst vor Ablehnung und der ein Holzweg wurde. Letztlich haben meine Kinder einen großen Anteil daran, dass ich heute lebe wie ich lebe. Denn sie hinterfragen mich ständig, haben mich meine Prioritäten im Leben völlig neu sortieren lassen und mich zu einem sehr verantwortungsbewussten Menschen gemacht. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Ich habe gelernt und erfahren, dass ich Gestalterin meines Lebens bin. Deshalb geht nicht immer alles nach meiner Nase, aber im Großen und Ganzen fügt es sich wunderbar. Darauf kommt es an.

Zu meinen Kunden zählen auch immer wieder Menschen, die sich mit Mitte 50 oder mit 60 noch einmal beruflich neu erfinden. Das inspiriert mich sehr, denn sie sind für mich der lebende Beweis, dass das Leben mit zunehmenden Alter so viel mehr zu bieten hat außer einer Rente, wie das bei der Generation meiner Eltern noch der Fall war, in der scheinbar viele auf nichts anderes hinarbeiteten.

Ich freue mich auf alles, was noch kommt und hoffe, dass ich noch lange am liebsten in dem Alter bin, in dem ich gerade bin.

Dies ist der 28. von 30 Artikeln, die ich jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Die Themen sind Wünsche meiner Leser. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Coach Bettina Stackelberg fragte mich für diesen #10minBlog, ob ich gerne in dem Alter bin, in dem ich jetzt bin – wenn ja, warum und wenn ein anderes Alter in meinem Leben toller war, warum? 

Was mich freut und nie so geplant war: Wieviele andere sich der #10minBlog Challenge angeschlossen haben. Unter dem Hashtag #10minBlog kannst du auf Twitter alle Artikel finden. 

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