Die meisten Unternehmer sind träge in ihrer Markenarbeit. Sie bringen nicht Marken mit Charakter, sondern ein teigiges Etwas auf den Markt. Schwammige Worthülsen statt knackiger Kernbotschaften. Das Tagesgeschäft lässt einfach keine Zeit dafür. Klar, dass es nicht gut läuft!
Dabei ist das Laufen ganz wichtig.

Mir persönlich ging es auch so: In den letzten beiden Jahren lief ich, schwamm, radelte, bestieg Berge nach einem festen Rhythmus. Ich hatte sportliche Ziele: Halbmarathon, Triathlon, Alpenüberquerung und fühlte mich fit und voller Elan. Dieses Jahr hatte ich keine konkreten Vorhaben im sportlichen Bereich. Ich hörte auf, mich regelmäßig zu bewegen. Ich hatte meine Laufstrecke satt, die Sohlen der Sommerlaufschuhe waren runtergelaufen, hätte Neue kaufen müssen (aber welche?!), das Wetter war zu heiß, zu nass. Andere wurden Dinge wichtiger. Ich fühlte mich teigig und träge. Das nervte. Mir wurde bewusst: Ich schenkte den Rahmenbedingungen mehr Aufmerksamkeit als der eigentlichen Sache, um die es ging. Denn nicht die sportlichen Wettbewerbe und Ziele taten mir gut, sondern die Bewegung an sich. Da hatte ich neue Ideen, bekam den Kopf frei, konnte mich besser konzentrieren. Nun laufe ich wieder – mit meinen Winterlaufschuhen, egal bei welchem Wetter, ohne Wettbewerb, ohne Selftracking. Nur für mich, weil es mir gut tut. Das ist das beste Ziel überhaupt!

Genauso sieht es bei vielen Unternehmern aus. Sie beschäftigen sich mit äußeren Rahmenbedingungen: Sie orientieren sich sehr an der Konkurrenz, machen sich außen hübsch mit einem neuen Logo oder einer neuen Webseite, setzen sich messbare Ziele und vergessen dabei, dass die erfolgreiche Marke im eigenen Unternehmen beginnt: Wofür schlägt mein Herz? Welchen Nutzen hat das? Warum läuft mein Laden wirklich? Wenn Sie das wissen, können Sie Ihre Marke mit einem neuen Logo, einer neuen Webseite, neuen großen Zielen leicht im laufenden Betrieb optimieren.

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