Kürzlich bin ich auf ein Interview der besonderen Art gestoßen. Es geht um das Modelabel „honest by“ und seinen Gründer, den vom Saulus zum Paulus gewandelten Modedesigner Bruno Pieters. Angefangen hat es wie so oft mit der Frage: „Was will ich von meinem Leben?“ Ihm ist wichtig, Inhaltsstoffe, Transportwege, Preisgestaltung so transparent zu machen, dass die Konsumenten ehrlich sagen können: „Meine Kleidung fügt weder Umwelt, noch Tieren oder Menschen Schaden zu.“ In seinem Feld ist er ein Vordenker und Vorbild.

 

Mode- und Marketingwelt haben etwas gemeinsam: Oft hat man den Eindruck, es gehe mehr um den Schein als um das Sein. Vielen meinen, ihrer Marke ein „Label“ aufdrücken zu müssen, das vor allem schön aussieht und den Erwartungen der Kunden, der Gesellschaft, der Branche entspricht – wem auch immer, aber nicht sich selbst. Immer wieder höre ich das Argument: „Ich bin nicht wichtig, bei mir stehen die Kunden im Vordergrund.“

Genau hier liegt auch der Grund für das Scheitern vieler Marketingaktivitäten. Sie basieren auf falschen Annahmen. Erfolgreiche Unternehmen machen gute Geschäfte, weil sie gute Beziehungen haben. Insbesondere kleine Unternehmen und Solopreneure. Gute Beziehungen aber basieren auf Vertrauen.

Vertrauen entsteht, wenn Schein und Sein im Einklang sind. Wenn wir das tun, was wir sagen. Wenn wir halten, was wir versprechen. Für Ihre potenziellen Kunden ist es sehr wichtig zu wissen, mit wem sie arbeiten werden, wem Sie Geld, Mitarbeiter, Wissen anvertrauen, wer Sie sind, wie Sie in schwierigen Situationen reagieren, welche Werte Sie haben. Im guten Marketing geht es also vor allen Dingen darum, ein klares Bild von sich selbst nach außen zu kommunizieren. Genauso viel Schein wie Sein. Schön, echt und ehrlich.

Video Quelle: iGNANT, ein Blog über die Kultur der formvollendeten Materie, bzw. Avant/Garde Diaries

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