Tag 1 nach der Challenge. 30 Tage lang habt ihr mich mit Themen versorgt, 30 Tage lang habe ich jeden Morgen mit dem ersten Kaffee 10 Minuten geschrieben. Heute zum ersten Mal nicht. Fühlte sich komisch an. Für andere anscheinend auch. 10min-Blogger Georg bat mich auf Twitter um einen Bonustrack, in dem ich meine Learnings beschreibe. Aber gern! (Habe ich allerdings nicht in 10 Minuten geschafft.)

Was ich gelernt habe

Ziel der Challenge war, zum einen eine Schreibroutine zu entwickeln und zum anderen Texte verfassen zu können, die nach mir klingen, um endlich, endlich kontinuierlich an meinem Buch arbeiten zu können. Zwei Glaubenssätze hatten mich bis dahin davon abgehalten: „Ich bin nicht gut genug“ und „Dafür habe ich gar nicht genug Zeit“. Mit dem #10minbLog hatte ich die Chance gesehen, genau diese beiden Glaubenssätze zu überwinden und ins Schreiben zu kommen.

Das ist definitiv gelungen. Denn heute morgen habe ich gleich was vermisst und war ein bisschen traurig, dass kein Thema mehr auf mich wartete. Ich wollte wieder schreiben!

Ich habe erlebt, dass ich meine Tagesroutinen tatsächlich dem Schreiben anpassen kann. Am Anfang war es noch echt seltsam, nur 10 Minuten zu schreiben, einmal Fehler zu korrigieren und dann direkt auf Veröffentlichen zu drücken. Doch dieses Gefühl des Unbehagens hat mit der Zeit mehr und mehr nachgelassen. Bis es mir wurscht war.

Irgendwann fand ich es auch nicht mehr schlimm, wenn ich am Ende feststellte, dass ich eine Leserfrage gar nicht wie gewünscht beantwortet hatte, weil es mich eine andere Richtung gezogen hatte oder mich an einem einzelnen Aspekt länger aufgehalten hatte. Es war gut so wie es war.

Ich merkte: ich kann tatsächlich in nur 10 Minuten lesbare Artikel produzieren. Ich brauche gar nicht drei Stunden. Gut, sie sind jetzt nicht gespickt mit tiefem fachlichem Input, das macht aber nichts. Denn sie führten dazu, dass sich die Menschen beschäftigen. Das konnte ich an der Resonanz in Form von Kommentaren und Emails, an den Leserzahlen und der Verweildauer auf meinem Blog erkennen.

Womit ich gar nicht gerechnet hatte

Diese Challenge war ursprünglich nur für mich gedacht, damit ich aus dem Quark komme und endlich meine beiden Glaubenssätze über Bord werfen kann. Womit ich gar nicht gerechnet hatte, war, dass ich damit anscheinend viele in einer ähnlichen Situation angesprochen habe, die dann anfingen, eigene #10minBlog Artikel zu schreiben. Auf Twitter könnt ihr sie alle mit dem #10minBlog nachlesen.

Es hat natürlich zusätzlich motiviert zu merken: Maren, du bist nicht allein.

Ebenfalls überrascht war ich von der großen Resonanz an motivierenden und persönlichen Kommentaren und Emails. Das hat mich sehr berührt. Sich zu zeigen, wie man ist, was man denkt und fühlt mit anderen öffentlich zu teilen, ist ja keine Selbstverständlichkeit. Natürlich hatte ich auch die Sorge: Wird das jetzt jemand gegen mich verwenden? Mich auslachen? Letztlich spielt es aber gar keine Rolle, denn ich bin, wer ich bin, und am Ende kommt es sowieso raus. Dann kann ich auch gleich darüber schreiben.

Passiert ist dann genau das Gegenteil von dem, was viele befürchten, wenn sie ihre persönlichen Gedanken und Gefühle teilen oder auch mal Schwächen offenbaren, ist eingetreten. Ich habe eine Welle der Sympathie erfahren.

Folgende beiden Feedbacks will ich stellvertretend für viele andere Mails und Kommentare, die ihr geschrieben habt, teilen.

 

„Ich verfolge seit einigen Tagen Ihren ’10MinBlog mit sehr großer Freude.  Ihre Texte begleiten mich durch den Vormittag und wirken in meinen Gedanken weiter. Mein Favorit ist bisher der Beitrag zu dem Thema Herzensanliegen, welchen ich für mich auch formuliert habe. Dankeschön für diese Vielfalt und die Aktivierung meines Freigeistes!“

„Ich möchte Dir sagen, dass Du zu einem echten Vorbild für mich geworden bist. Nicht erst durch den Blog. … Mit der schonungslosen Offenheit Deines 10-Minuten-Blogs setzt Du schließlich dem Ganzen noch die Krone auf: Endlich eine Frau, die ehrlich ihre Unzulänglichkeiten darlegt, ihre Gefühle äußert, klar ihre Meinung sagt … und am Ende noch den Bezug zu ihrem Business herstellt. Nie wird das Lesen langweilig, Du ziehst mich in Deine Zeilen, nimmst mich mit auf die Reise in Dein Selbst und gleichzeitig in mein eigenes Selbst.“

Das hätte ich niemals erwartet und es war auch gar nicht das Ziel gewesen. Umso schöner ist es festzustellen, dass nicht nur ich ganz viel aus den #10minBlogartikeln mitgenommen habe, sondern auch meine LeserInnen.

Herausforderungen

Das klingt jetzt alles nach „plain sailing“, nach einfacher Übung. Es gab aber auch Herausforderungen.

Zu manchen Themen, die mir gestellt wurden, hatte ich erst einmal überhaupt keinen Zugang, weil ich mich noch nie damit beschäftigt hatte. Ich hatte mir zum Beispiel bis dahin noch nie Gedanken gemacht, wie meine Geschichten zu mir kommen oder wo vertrautes fremd war. Ich war dann auch immer wieder überrascht, was für Gedanken mir kamen, wenn ich ohne nachzudenken schreibe. Es scheint für mich besser zu sein, den Kopf auszuschalten und einfach aus vollem Herzen zu schreiben. Passt dann ja auch irgendwie zu meinem Motto „Vollblut statt Vollzeit“.

So etwa bei der Hälfte war dann aus der Challenge Routine geworden. Da ich früher aufstehen musste als sonst, um das #10minBlog zu schreiben, meldete sich nach der ersten Aufregung der innere Schweinehund. Manchmal wäre ich gerne liegen geblieben, aber es half ja nichts.

Blöd fand ich es, auch am Wochenende zu schreiben. Denn normalerweise mache ich von Freitag- bis Samstagabend meinen Techsabbat. Das heißt ich bin völlig offline und nutze weder Handy noch Computer. Das funktionierte in dieser Challenge nicht. Daran hatte ich vorher gar nicht gedacht. Aber wie sagte die geschätzte Freiraumfrau Angelika Bungert-Stüttgen so schön: „Gut, wenn man einfach loslegt und macht. Dann nimmt man solche Hürden „einfach“.“

Wie geht es weiter?

Schon im Laufe der Challenge sammelte ich eigene Themen an, von denen ich dachte, dass sie es wert sind, beschrieben zu werden. Ich hängte sie an meine Liste von Leserwünschen und merkte irgendwann: Upps, sind ja schon 30 Themen.

Heute an Tag 1 nach der Challenge habe ich richtig das Schreiben am Morgen vermisst. Das ist schon ein starkes Zeichen, dass meine Routine schon fast zu einem liebgewonnenen Ritual geworden ist, auf das ich nicht mehr verzichten möchte.

Ich habe beschlossen, dass es weiter geht. Werktags. Am Wochenende ist wieder Techsabbat. Danke fürs Lesen und Motivieren. Jetzt bin ich erstmal #off.

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