Sendungsbewusstsein

Heute morgen sagte ich zu meinem Mann, ich müsse unbedingt noch meinen #10minBlog Artikel schreiben. Ich hätte ja einen Sendeauftrag. Er lachte darüber. Es klingt ja auch irgendwie nach öffentlich-rechtlichem Rundfunk. Nach etwas ganz großem, dabei ist mein #10minBlog eigentlich als Fingerübung gestartet.

Habe ich ein Sendungsbewusstsein? Gute Frage! Definitiv sende ich, seit ich selbständig bin, sehr bewusst meine Ideen und Vorschläge und zunehmend auch meine persönliche Sicht auf die Welt in die Welt. Das war nicht immer so.

Ideen hatte ich immer schon viele. Vor allem wie man die Welt besser machen könnte. Als ich ein Kind war, hörte ich dann oft: Du und deine Ideen. Oder auch: Spiel dich nicht so in den Vordergrund. Ich habe genetisch bedingt eine laute Stimme, insbesondere, wenn ich sehr aufgewühlt war. Das ist auch heute noch so. Ich erinnere mich an eine Szene, als ich meine Ausbildung machte und Jugend- und Auszubildenden-Vertreterin (JAV) war. In einem Treffen mit der Betriebsratsvorsitzenden schilderte ich ihr meine Ideen. Was das genau war, weiß ich gar nicht mehr, aber an die Antwort erinnere ich mich noch sehr genau: „Wissen Sie, die [Name der Firma] ist ein Schlachtschiff, das sich nur sehr langsam dreht.“

Ich hatte wohl immer schon ein Sendungsbewusstsein, allerdings hatten meine Ideen nicht immer Substanz genug, um das Licht der Welt zu erblicken. Ich habe nie darauf gewartet eingeladen zu werden, um meine Ideen irgendwo zu platzieren. Egal, wo ich wirkte – sei es an der Schule als Tutorin für die Unterstufe, in der Ausbildung als JAV, im Studium in einer Studentenvereinigung und Hilfskraft am Lehrstuhl, im Berufsleben heute als Beraterin und bei den Digital Media Women – stets und ständig frage ich mich, wie es besser gehen könnte. Was brauchen die Menschen, um besser zu arbeiten und zu leben?

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass die besten Ideen im Dialog entstehen und dass sie am erfolgreichsten gemeinsam in die Welt gebracht werden. Daher frage ich mich selbst gar nicht mehr, ob meine Idee Substanz hat oder nicht. Ich teile sie mit anderen. Je nach Resonanz verfolge ich sie weiter. Was ich heute nicht mehr wie früher mache, zu versuchen, Ideen alleine gegen große Widerstände durchzusetzen. Ich suche mir Verbündete. Am besten sogar Menschen, die ganz anders ticken als ich. Die Vielfalt macht Ideen stärker.

Dies ist der 25. von 30 Artikeln, die ich jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Die Themen sind Wünsche meiner Leser. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Heute fragte mich Kommunikationsberaterin Jeanette Wygoda, wie ich es mit dem „Sendungsbewusstsein“ halte: Hattest du schon immer das Bedürfnis deine Ideen in die Welt zu bringen? Oder hattest du mal Zweifel, ob deine Ideen genug Substanz haben? Hattest du also schon immer das Gefühl, dass „du etwas zu sagen hast“? .

Was mich freut und nie so geplant war: Wieviele andere sich der #10minBlog Challenge angeschlossen haben. Unter dem Hashtag #10minBlog kannst du auf Twitter alle Artikel finden. 

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