Seit ich schreiben kann, schreibe ich. Ich erinnere mich, wie ich als Kind im Arbeitszimmer meines Großvaters saß und auf seiner alten Schreibmaschine Geschichten auf Papier geklopft habe. Kleine Geschichten, die ich an Weihnachten oder Geburtstagen an meine Familie verschenkte. Die Schreibmaschine steht heute noch in meinem Regal und erinnert mich an meinen Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, bzw. daran, dass mir das Schreiben wichtig ist.

Geschichten kommen aus dem Nichts zu mir und wohnen in meinem Kopf. Interessanterweise meist aus dem Genre Krimi. Es gab da diesen Traum, aus dem ich aufwachte und wusste, daraus will ich mal eine Erzählung schreiben.

Leider hat das Schreiben mit dem Heranwachsen an Raum in meinem Leben verloren. Als in der Schule keine Fantasiegeschichten mehr gefragt waren, hörte ich mit dem Schreiben auf. Zu unbefriedigend waren die Ergebnisse in Sachen Erörterung, Bericht und Textanalyse.

Dennoch, den Traum vom eigenen Buch trage ich seitdem mit mir herum. Mal sehen, ob er nun doch noch Wirklichkeit wird. Näher dran als heute, war ich zumindest noch nie.

Was ich bei mir beobachtet habe: Ich brauche einen festen Ort zum Schreiben. Scheinbar habe ich nur Zugriff auf mein Schreibhirn, wenn ich an einem bestimmten Platz sitze. Wenn ich mich eingerichtet habe, kann es losgehen. Am besten ist es, wenn ich einfach drauflos schreiben kann. Komplexere Texte brauchen natürlich eine Vorstrukturierung, aber wenn ich das Gefühl habe, ich erzähle meinen Lesern eine Geschichte, fällt es mir viel leichter. Blogartikel schreibe ich zum Beispiel in einer ersten Fassung als Brief an einen bestimmten Menschen, um erzählerischer zu werden.

So richtig im Flow bin ich aber selten. Oft habe ich eher das Gefühl, ich muss jeden Satz einzeln schnitzen. Es ist mühsam, als würde ich mit einem stumpfen Messer oder einem besonders harten Stück Holz arbeiten müssen. Dennoch empfinde ich schreiben als etwas ungemein Befriedigendes. Seit ich erwachsen bin und speziell seit ich selbständig bin, schreibe ich nur noch Sachthemen. Je älter ich werde umso stärker meldet sich wieder die Maren, die Fantasiegeschichten schreiben will. Mal sehen, vielleicht kommt das ja auch noch.

Dies ist der neunte von 30 Artikeln, die ich nun jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Wenn du magst, schenke mir ein Thema, zu dem du einen #10minBlog Beitrag lesen möchtest. Dieses Thema wünschte sich Ruth Frobeen, die mich nach meinem Weg in meine Geschichte fragte. Ist da eine Tür, ist da eine Richtung?

Wenn dich diese Challenge begeistert, schließe dich gerne an! Katja, IngaSteffi, Martina, Stefanie, July, Julia, Jessica, Marjeta und Judith sind auch schon dabei. 

2 Comments

  • Liebe Maren,

    das Bild mit dem Schnitzen ist interessant, denn jede Geschichte hat ihre Form. Vielleicht kannst du dein Werkzeug schleifen (oder ein anderes Werkzeug nehmen)? Dann geht das Schnitzen leichter. Du könntest auch das Werkstück erstmal ändern und mit einem weicheren anfangen. Manchmal verschnitzt man sich, dann wird etwas anderes daraus, als ursprünglich gedacht. Das Holz entscheidet ja mit! Nicht jede Geschichte lässt sich so aufschreiben, wie wir es wollen, sie haben eine Eigendynamik. Und das ist doch irrsinnig spannend: Wenn die Geschichte von den Figuren gekapert wird. Wir bauen nur das Gerüst, Maren. Vielleicht. <3

    Vergnügte Grüße aus der Werkstatt
    Ruth

  • Liebe Maren, ich würde gerne einen Krimi von dir lesen, ich denke, dass der ganz ganz großartig wäre! Dazu muss ich mir nur mal deine ersten Zeilen heute anschauen. Mich hättest du ? viel Spaß bei den 30 Tagen, icb bin dabei!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.