Es gibt diese Zeichnung mit zwei Kreisen. Ein kleiner, neben dem „Your Comfort Zone“ steht. Etwas daneben ein weiterer, viel größerer Kreis, neben dem „This is where the magic happens“ steht. Da ist etwas Wahres dran. Für mich bedeutet Leben Veränderung bzw. Veränderung bedeutet für mich leben. Ich suche ganz gezielt immer wieder Situationen, bei denen ich mich aus meiner Komfortzone heraus bewege. Ich suche gezielt Herausforderungen, um mich zu entwickeln. Letztes Jahr las ich das Buch „Dearing greatly“ von Bréne Brown. Es geht um Scham und warum es so wichtig ist, dass wir sie überwinden. Einen Satz daraus notierte ich, vielmehr eine Frage: „What is worth doing, even if you fail?“ Eine ganze Weile hatte ich den Satz in meinem Hinterkopf. Ich wollte bewusst etwas tun, auch wenn ich weiß, dass das total daneben gehen könnte. Oder gerade deshalb.

Ein Jahr zuvor hörte ich von Debbie Millman einen Vortrag über ihr Scheitern. Sie ist im Designbereich eine Ikone. Etliche Male war sie in ihrer Karriere gescheitert. Als ich das hörte, dachte ich, ich bin noch gar nicht oft genug gescheitert.

Eines Tages, auf dem Weg zu einem Vortrag nach Berlin, wusste ich dann genau, was ich tun würde, auch auf die Gefahr hin, dass das total lächerlich würde: Ich würde meinen Vortrag im Bademantel halten. Das Thema war „Kreativ zum Wunschkunden“. Ich würde mein Publikum fragen, was der ungewöhnlichste Weg war, auf dem ein Kunde zu ihnen gekommen war. Genau darin liegt nämlich das größte Potenzial, Kunden zu gewinnen. Nicht in den ausgetrampelten Pfaden, sondern in den vermeintlichen Zufallsbegegnungen. Ich hatte so ein prägendes Erlebnis vor ein paar Jahren beim Ideentausch am Pool von Susanne Westphal. Ich verbrachte einen Tag im Spa im Bademantel und hatte am Ende des Tages drei neue Auftraggeberinnen. Allesamt hoch interessante Expertinnen auf ihrem Gebiet. Diese Story sollte mein Einstieg ins Thema sein. Es schien mir am glaubwürdigsten, das im Bademantel zu erzählen. Ich wusste in dem Moment, das ist es wert zu tun, auch wenn ich mich zur Lachnummer machen würde. Nie werde ich die Blicke vergessen, als ich den vollen Raum im Bademantel betrat. Ich war extrem nervös. Es hatte sich gelohnt. Kurz danach sprach ich auf einem TEDx Women Event in Frankfurt darüber, warum wir immer im Bademantel netzwerken sollten. In der Vorbereitung auf den Vortrag ist mir bewusst geworden, dass meine vermeintlich größte Schwäche in Wahrheit meine größte Stärke ist: Mein Eigensinn. In der Komfortzone wäre mir das nie aufgefallen.

Dies ist der 13. von 30 Artikeln, die ich nun jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Wenn du magst, schenke mir ein Thema, zu dem du einen #10minBlog Beitrag lesen möchtest. Caroline Günther fragte mich für den heutigen Beitrag, was „Raus aus der Komfortzone“ für mich bedeutet.

Wenn dich diese Challenge begeistert, schließe dich gerne an! Katja, IngaSteffi, Martina, Stefanie, July, Julia, Jessica, Marjeta, Judith, Claudia und Daniela sind auch schon dabei. 

One Comment

  • Liebe Maren, vielen Dank für diesen #10min Blog – ja ich kenne auch Deinen Vortrag im Bademantel und ich liebe ihn! Wunderbar, wie Du beschreibst, wie es Dich weiterbringt und prägt Deine Komfortzone zu verlassen, obwohl es immer eine kleine Hürde ist. Ein herrliches Beispiel, wie sehr es sich lohnt, mutig zu sein. Auch wenn man nicht genau weiß, wohin der Weg führt oder ob es „richtig“ ist so zu handeln. Danke, dass Du uns an Deinen Gedanken dazu teilhaben lässt.
    Herzliche Grüße Caroline

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