Das Jahresende steht bevor, Karten auf den Tisch: Hängen Sie mit den Umsatzzahlen hinterher, und ist abzusehen, dass Sie das bis Jahresende niemals aufholen werden? Wie konnte das passieren? Sie hatten Sich doch richtig reingehängt. Immer fleißig bei Facebook und Twitter gepostet. Xing-Kontakte gesammelt. Im Frühjahr ein neues Angebot entwickelt, das aber irgendwie nicht so recht durchstarten will. Die neue Kooperation wirft auch nicht wie gewünscht die Früchte ab. Die Dauerkunden, die mehr Energie fressen als Ihren Kühlschrank füllen, aber immerhin die Miete zahlen, verursachen leichte Kopfschmerzen. Gut, dass der Sommerurlaub bevor steht. Sie zählen schon die Tage …

Kommt Ihnen bekannt vor? Das liegt wahrscheinlich an den zwei häufigsten Fehlern im Marketing, die Sie und viele andere Unternehmer machen:

Sie überschätzen sich bei den Zielen, die sie in einem Geschäftsjahr erreichen können, und formulieren nicht erfüllbare Ansprüche an sich selbst.
Sie unterschätzen die Zeit
, die Sie real brauchen, um alle notwendigen Maßnahmen durchzuführen.

Holen Sie die Luftschlösser auf den Boden der Tatsachen

Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei den meisten Selbständigen weit auseinander. Das muss nicht so sein. Bevor Sie sich wieder übernehmen, stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Was ist mir wirklich wichtig?
  2. Was ist das wichtigste Ziel, das Must-have des Jahres?
  3. Welche Erfolge feiere ich am Ende eines jeden Quartals?
  4. Welche Schritte muss ich dafür unternehmen?
  5. Wie viel Zeit muss ich in diese Aktivitäten investieren?
  6. Ist das in der Zeit zu schaffen, die mir als Arbeitszeit zur Verfügung steht?

Nehmen Sie sich Zeit

Wenn Sie die Lücke zwischen dem, was Sie erreichen möchten, und dem, was realistisch möglich ist, schließen, ersparen Sie sich Mitte des Jahres eine Menge Frust. Gleichzeitig sind Sie wesentlich konzentrierter auf das, was Ihnen wirklich wichtig ist. Nehmen Sie sich die Zeit Ihre Erfolge zu feiern. Das setzt eine Menge Energie frei.

Allein der Begriff Marketing-Aktivitäten suggeriert, dass Marketing allein von Aktionen lebt. Wenn diese Maßnahmen nicht auf den Kern der eigenen Marke einzahlen, endet es am Ende im blinden Aktionismus. Viele verlieren sich im Micromanagement ihrer Markenführung. Das kostet unnötig Zeit und Nerven. Ich empfehle daher, regelmäßig Phasen der Kontemplation und Konzentration in den Marketingplan einzubauen.

Wenn Ihre Vorhaben mehr Zeit kosten als Sie zur Verfügung haben, überlegen Sie, wo Sie Abstriche machen möchten. Vielleicht gibt es ja auch etwas, das Sie im kommenden Jahr auf gar keinen Fall mehr machen möchten. Schreiben Sie es auf Ihre Not-to-do-Liste. Auch das eröffnet Ihnen neue Zeitfenster.

Ich will nicht behaupten, dass Sie dann keinen Sommerurlaub mehr brauchen. Aber Sie können es sich erlauben, im Urlaub einfach mal abzuschalten und vor sich hin zu träumen. Gut möglich, dass Sie dabei eine glorreiche neue Idee entwickeln.

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