Christopher Lewis baut Fahrräder. Aber nicht irgendwelche, sondern Fahrräder mit Seele. Zumindest nenne ich seine Samstagräder so. Er restauriert Fahrrad-Klassiker aus den 1940er bis 70er Jahren und baut daraus künstlerische Unikate. Die Quellen seines Rohmaterials sind sein Betriebsgeheimnis. Entstanden ist die Idee an einem Samstag als ihn das Bild verlassener alter Markenräder am S-Bahnhof traurig stimmte. Das konnte doch nicht das Ende von einstigen Klassikern sein, sie sind Kulturgut, dachte er sich. Als ich ihn in seiner Manufaktur besuchte umwehten mich gleich nostalgische Erinnerungen. Es war klar: Ich wollte nicht mit einer Hightech-Maschine durch meine Heimatstadt fahren, sondern mit einem Samstag Rad – mit Seele und Stil.

Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?
Interdisziplinär. Zukunftsfähig. Ästhet.

Was begeistert Sie am allermeisten an Ihrem Business?
Aus scheinbar wertlosen Materialien im Upcycling-Prozess auf eine künstlerische und sinnvolle Art schöne Fahrrad-Objekte zu gestalten. Ich bin fasziniert von den Details und der Handarbeit, mit der Rahmen und Teile früher gefertigt wurden. Es sind Kulturgüter, die erhalten bleiben müssen und denen ich wieder eine Seele einhauche.

Wer oder was inspiriert Sie?
Menschen, die sich trauen, dem Einheitsbrei und Massenkonsum zu widerstehen und sich so bewusst Raum für ihre Eigenheiten nehmen. Ich glaube, wer sich auf das Wesentliche beschränkt hat ein Gefühl dafür, was man der Welt nehmen kann und zurückgeben muss.

Aus welchem Fehler haben Sie am meisten gelernt?
Aus dem Irrglauben, dass nachhaltig, sinnvoll, ethisch einwandfreie, leicht verständliche und begehrenswerte Unikate, also Samstag Räder, leicht vom Markt angenommen würden.

Wer sind Ihre Wunschkunden?
Ihre Augen leuchten beim Anblick Ihres fertig gestellten Traumrades. Manche fahren es erst mal nicht weil sie es so schön finden. Andere lassen sich überraschen und sagen „Ich vertraue darauf, dass Sie es genau so bauen, wie es für mich passt.“ Finde ich auch toll.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Wenn es mir gelingt, mir treu und glaubwürdig zu bleiben. Die Freude an dem, was ich tue. Das hohe Maß der Selbstverwirklichung, das in der Kombination aus Handwerk, künstlerischem Schaffen und meiner Philosophie zur alternativen Mobilität zum Ausdruck kommt, fühlt sich erfolgreich an. Etwas mehr finanzielle Freiheit, um zukünftig zusätzliche nachhaltige Projekte ins Leben zu rufen, wäre schön. Diese Art des Erfolges steht noch an.

Welche Marketingmaßnahme kam oder kommt am besten an?
Vor einiger Zeit berichtete brand eins über Samstag Rad. Das kam sehr gut an. Persönliche Empfehlungen sind allerdings durch nichts zu ersetzen.

Ihr liebstes Social Media Tool?
Der persönliche Kontakt. Online Social Media mag ich nicht. Aber die Webseite von Samstag Rad ist mir wichtig.

Welche Frage sollte sich eine Unternehmerin oder ein Unternehmer mindestens einmal stellen?
Zur Selbstkontrolle stelle ich mir immer wieder die Frage: Bin ich das, der mein Unternehmen unternimmt und ist das, was ich damit unternehme, wirklich notwendig?

Wann und wo trinken Sie Ihren Espresso am liebsten?
Da habe ich keine Präferenz.

Vielen Dank für das Gespräch, Christopher Lewis!

 

One Comment

  • Danke, Maren, dafür, dass du mich auf Samstagrad aufmerksam machst! Ich habe seit einem guten halben Jahr mein Seelenrad unterm hintern, und auch wenn es von der „Stange“ ist, nichts mit Nostalgie und Klassiker zu tun hat, habe ich das Gefühl, mit ihm eine Art best buddy gefunden zu haben.
    Und ohne Auto gehts eh – solang man jemanden kennt, der ein Auto hat 🙂

    Liebe Grüße! stefanie

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