Sie sind Coach und träumen von einer neuen Webseite, einer Webseite, die sich abhebt von den 0/8/15-Coachingsseiten im Netz, eine Webseite, die Ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringt und Ihre Wunschkunden wirklich anspricht? Hand aufs Herz: Sie haben keine Idee, wie die aussehen könnte, oder? Dann lassen Sie sich von diesen vier Beispielen inspirieren.

#1  Der Dominante

Diese Webseite sagt mit jeder Faser„Männer, aufgepasst!“. Eher laut ist die Webseite von Markus Cerenak, aber auch diese Zielgruppe will gecoacht werden. Der Rebell in mir fühlt sich direkt angesprochen. Gut gefällt mir der Call-to-action-Bestellknopf beim Newsletter: „Gib’s mir“. Nichts für Weicheier, das ist klar.
Markus Cerenak

Anm. d. Red., 1.10.2015: Markus Cerenak hat seine Seite etwas umgestaltet. Die Tonalität ist jedoch erhalten geblieben. Der Call-to-action-Button bei der Webseite wurde sprachlich etwas abgeschwächt von „Gib’s mir“ zu „Ja, ich meine es ernst.“ Offensichtlich darf ich jetzt auch ein bisschen Weichei sein 😉

#2 Die Initiative

Interkulturelle Business-English-Kurse werden mit der enthusiastischen und sympathischen Engländerin leicht. Die emotionale Bildsprache ist auf das Wesentliche reduziert: Business English Essentials. Die Botschaft kommt rüber.
Nicola Bartlett language plus

#3 Die Stetigen

Oder sind Ihre Kunden eher die Unternehmer von nebenan – erfolgreiche Menschen wie Sie und ich? Wir wissen, dass Veränderungen nötig sind, aber irgendwie auch schmerzhaft. Da tut es gut zu wissen, dass diese beiden Männer uns loyal auf unserem Weg zu Verändern und Bewahren begleiten. Gordon und Peter Geisler Sie wecken mein Vertrauen, wenn sie mich so entspannt und gelassen mit den Blumen in der Hand empfangen.
Gordon und Peter Geisler – procontra

Anm. d. Red., 1.10.2015: Leider ist die Seite neu gestaltet worden und sieht nun ganz anders aus. Man wird jetzt nicht mehr mit Blumen empfangen. Schade.

#4 Die Gewissenhafte

Die Webseite von Nicola Potts spricht systematisch, die strukturierten Daten-Fakten-Zahlen-Menschen an. Ihre Klientel: Führungskräfte, die es gewohnt sind in Powerpoint-Slides und Charts zu denken. Konsequent gemacht!
  Nicola Potts Coaching 

#5 Better safer than sorry

Mein Toptweet der Woche: Emailverschlüsselung ist Teamwork: Nur wenn beide Seiten mitmachen funktioniert es. Ich bin schon dabei! So ging’s http://ow.ly/ufLhL

14 Comments

  • Liebe Frau Martschenko,

    danke für die Beispiele, denen ich eine von mir entwickelte Coaching Webiste hinzufügen möchte:

    http://www.schwarzenbart.de/

    Ich war sehr neugierig, wie die von Ihnen vorgestellten Websites konzipiert und getextet sind, und finde sie, wenn ich das so frontal sagen darf, die Aussagekraft (i. S. d. Positionierung und auch, was die textliche Umsetzung betrifft) durchweg nicht so überzeugend.

    Schöne Grüße!
    Volker Remy

    • Lieber Herr Remy,

      das ist in der Tat auch eine etwas andere Art von Coaching Website. Sie mag schön getextet sein. Leider überwiegt der Text. Die visuellen Menschen werden nur an der Startseite angesprochen. Hinzu kommt: Ich erfahre nicht wirklich etwas über die „Experten“, die dahinter stehen.
      Zu den vier vorgestellten Seite: Es gibt keine perfekte Webseite, aber jede für sich hat Elemente, die in meinen Augen authentisch und für eine bestimmte Zielgruppe passend sind. Am Ende muss jeder für sich die passende Seite entwickeln und finden. Durch die Gegenüberstellung von diesen vier sehr unterschiedlichen Seiten gelingt das meines Erachtens leichter.

      Beste Grüße, Herr Kollege, und danke für Ihr Feedback!

  • Liebe Maren,

    perfektes Timing! 😉 Just in diesem Moment bin ich auf der Suche nach einem neuen Theme für meine eigene Website. An den typischen Sliderwebsites (1/3 Slider) habe ich mich mittlerweile satt gesehen, auch wenn sie sehr benutzerfreundlich und übersichtlich sind. Deine hier gezeigten Beispiele sind da erfrischend anders. Das von Nicola Bartlett gefällt mir sehr gut, weil die Bilder auf der ganzen Seite dargestellt werden. Nach so was suche ich auch gerade.

    Was man meiner Meinung nach gar nicht mehr machen sollte, sind Websites, die nur aus Text bestehen. In den Zeiten von Smartphones braucht der Mensch visuelle Anker, und – so habe ich festgestellt – die Bilder müssen gar nicht direkt mit dem Inhalt zusammenhängen. Aber nur Text? Für mich ein „No Go“. Was meinst du?

    Von Gordons Website bin ich nach wie vor begeistert, selbst, wenn sie noch nicht responsive ist. Aber die ist einfach anders! 🙂

    Und ja, die erstgenannte ist dominant – nicht für jeden – aber für jeden in der gewünschten Zielgruppe!

    Viele Grüße
    Ute

  • Eine wirklich sehr schöne Zusammenstellung gelungener Webseiten. Auch wenn sie mir persönlich nicht alle zusagen, passen sie einfach sehr gut zum Coach und zur Zielgruppe. Eigentlich sollte sich jeder diese Beispiele anschauen und dann seine eigene Seite nochmal überdenken. Präsentiere ich mich authentisch? Spreche ich meine Zielgruppe an? Letztendlich bekommt jeder die Kunden, die er verdient. Je besser und authentischer ich mich präsentiere, desto besser passen meine Kunden auch zu mir.

  • U.K. schreibt:

    „Was man meiner Meinung nach gar nicht mehr machen sollte, sind Websites, die nur aus Text bestehen. In den Zeiten von Smartphones braucht der Mensch visuelle Anker, und – so habe ich festgestellt – die Bilder müssen gar nicht direkt mit dem Inhalt zusammenhängen. Aber nur Text? Für mich ein “No Go”.“

    Liebe Frau k.,

    da irren Sie sich aber gewaltig. Genau das Gegenteil ist richtig.

    Wer sich über Tablets u/o Smartphones informiert werden will, was erwartet diese Person vor allem?

    Etwa I n f o r m a t i o n e n?

    Genau! Das Internet ist ist ein Wortmedium und kein City Light Plakat. Das gilt um so mehr für Coaching Websites, die sich an die Zielgruppe Manager richten, denn genau diese Zielgruppe sucht zeiteffizient nach schnellen Informationen und klaren Aussagen – nicht nach Bildchen. Nichts nervt die ZG Manager/innen mehr, als sich am SP oder Tablet durch Bildkataloge touchen zu müssen. Ich arbeite u. a. für Konzerne und kenne diese ZG ziemlich gut. Ich kann Ihnen nur sagen, dass der Faktor ‚Zeit‘ eine riesengroße Rolle bei der täglichen Informationsbeschaffung spielt. Die gucken nicht danach, wie groß oder schön die Bildchen sind 😉

    Es ist ein typischer Irrglaube, dass man mit großflächigen Bildern Interesse weckt.

    Zeiteffizienz – das ist zielgruppenorientierte Denke – und daher ist und bleibt Textinformation / Content King. Bilder sind gerade bei mobilen Endgeräten völlig zweitrangig.

    Schöne Grüße
    VR

  • Um meine Kritikpunkte etwas zu verdeutlichen:

    Website Markus Cerenak
    http://www.markuscerenak.com/

    Die ist gelungen. Informationsanteil (Wortanteil) und Bildanteil etwa 80 zu 20 (Startseite). Die Typo spricht die ZG an und unterstreicht die Aussagekraft der Texte. Eine starke, klare Typo, passend zum Thema und der Positionierung des Absenders.

    Nicola Bartlett
    http://www.nicolabartlett.de/

    Hier wird die Problematik für Endgerätnutzer deutlich: die Startseite ist total Bild dominiert (Mega-Slider). Die Positionierung im Bereich Leistungen ist m. E. schwach. Die Leistungsunterpunkte (essential, certified, individual etc.) sind auf den ersten Blick nicht sofort decodierbar. Hier hätte ich mich der gängigen Managementsprache bedient, die international verstanden wird. btw: wer oder was ist eigentlich „BE“? Kapier ich nicht, vllt. stehe ich da auch auf der Leitung…? Die Informationen zu den einzelnen Leistungsfeldern von NB sind im G&G ausreichend, um das Ziel der Website – Kontaktaufnahme – zu erreichen.

    Gordon und Lothar Geisler
    http://www.procontra.de/

    Dazu will ich wenig sagen, nur so viel: Die textliche Positionierung arbeitte mit Fragen über Fragen an den Besucher. Meine Frage: will ich Fragen oder Antworten? Eher letzteres. Der Text ist schwach. Die Fotos sind – vorsichtig formuliert – Ansichtssache. In der zweiten Ebene unter dem Menüpunkt „Themen“ wird’s dann ganz haarig. Das ist tatsächlich eine Textwüste, die niemand (und schon gar nicht auf mobilen Endgeräten) bewältigen will und kann. Hier wurde der oft begangene Fehler gemacht, zuviel auf einmal sagen zu wollen. Damit wird der Website auch zuviel zugemutet. Man sollte sich im Konzeptionsprozess immer wieder die Frage vorlegen: was will ich mit meiner Website erreichen? Jede Webpräsenz hat Grenzen. Wer sich darin klug bewegt (in Textmenge und Bildauswahl) liegt vorne.

    Nicola Potts
    http://www.nicolapotts.com/coaching

    Hier wird’s ganz haarig. Als werblicher Hobbypsychologe mit langjähriger Praxiserfahrung sagt sie mir dies: (Satire inbegriffen, nicht persönlich gemeint!)

    1. Meine Zielgruppen sind graue Mäuse, genau wie ich

    2. Die Typo sagt: ich bin klein, vorsichtig, leise, leichtgewichtig… (falsche Typo)

    3. Die Zeichnungen: Ich sage nur „Flipchartgekritzel“! Wer will das sehen? Wer verstehen?

    In der Hoffnung, meine Kritikpunkte aus dem 1. Kommentar verständlicher gemacht zu haben….

    schöne Grüße
    VR

    • Vielen Dank für die ausführliche Kritik! Ist im Grunde gleich eine Checkliste für alle, die gerade eine webseite erstellen. Man muss kein Psychologe sein, um zu sehen, dass Frau Potts und Herr Cerenak unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Was ist verkehrt daran, die grauen Mäuse zu adressieren? Schwierig wird es nur, wenn es die pinken Elefanten sein sollen…

  • Liebe Frau Martschenko,

    ja, die beiden adressieren unterschiedliche ZG – auf den ersten Blick – es gibt schon größere Schnittmengen dabei, aber lassen wir es so sein, im Ansatz sind sie unterschiedlich ausgerichtet.

    Bei Mrs Potts habe ich einfach den Eindruck, dass sie satt ist, Ihre Aufträge durch Empfehlungen u/o Beziehungen bekommt, und ihre Webpräsenz so eine Art digitaler Daseinsbeweis darstellt. Diesen Eindruck bekam ich bei der lektüre ihrer Client’s List.

    Für Newcomer / Relauncher und alle hungrigen Coaches mit Appetit auf Neugeschäft keinesfalls beispielgebend, finde ich.

    Schöne Grüße!
    VR

  • Hallo Herr Remy,

    wir haben da wohl komplett gegensätzliche Ansichten. Für mich sind Bilder auch Informationen, nicht nur Worte. 😉
    Auf dem Prinzip „Content ist king“ baut meine Unternehmensgründung. Den Kontext halte ich jedoch für ebenso wichtig, und dafür kann Design und damit jedes visuelle Element sorgen (beachtet man das Gestaltungsprinzip „Der Inhalt bestimmt die Form“). Was ich damit meine, habe ich am Beispiel von Social Media Content in einer Präsentation (der ohne jegliche visuelle Information grauslig und langweilig zu folgen wäre) ausgeführt: http://de.slideshare.net/contentwerk/social-media-redaktion-wie-sag-ichs-meiner-zielgruppe-31304412

    Viele Grüße
    Ute Klingelhöfer

  • Liebe Frau Klingelhöfer,

    wenn Sie sagen, dass „für mich sind Bilder auch Informationen….“, dann gehe ich davon aus, dass Sie damit Ihre Zielgruppen meinen, oder?

    Mein Punkt ist der, ich wiederhole das gerne nochmals:

    Coaches/sen, deren ZG Manager sind, werden in dieser ZG punkten, wenn sie relativ schnell zum Punkt kommen. Das bedeutet in der Praxis: barrierefreier Informationszugang, heißt: Bilder treten in die zweite Reihe. Das sind meine persönlichen Erfahrungen.

    Es sind diese 3 Punkte, die in dieser ZG entscheidend sind, wenn sie sich über Angebote im Markt informieren:

    1. Um welche Art Coach handelt es sich? (Positionierung)
    2. Welches Portfolio steht im Mittelpunkt der Arbeit dieses Coaches (Leistung)
    3. Passt dieses Portfolio in meinen derzeitigen Themen-Flow (Relevanz)

    PLR – Positionierung … Leistung … Relevanz

    Nun kann jede/r selbst entscheiden, welche Priorität dort Bilder haben. Ich will da keinen „Glaubenskrieg“ vom Zaun brechen, aber gerade weil Sie zuvor die mobilen Endgeräte angesprochen haben, würde ich aus zeitökonomischen Gründen auf ein balanciertes Verhältnis zw. Bild und Wort achten.

    Was die textliche Umsetzung angeht, empfehle ich dringend, auf eine klare Positionierung zu achten und sie textlich mit den Leistungsfeldern zu assoziieren. Hier sind spielen beispielsweise starke Headlines eine wichtige Rolle. Diese Headlines sind es, die gerade den Erstbesuchern der Website in Erinnerung bleiben. Stichworte wie „positive discrimination“ geben für diese Textstrategie einen wichtigen Hinweis.

    Auch die generelle Frage „Was kann (oder soll) meine Website maximal erreichen?“ hilft dabei, die Präsenz textlich nicht überfrachten – ein oft gemachter Fehler. Viele Webpräsenzen von Coaches wollen zuviel auf einmal – sie stellen Inhalte ein, die in ein persönliches Gespräch gehören.

    Und das ist m. E. die Maximalwirkung einer Website: die Kontaktaufnahme und Vereinbarung zu einem persönlichen Gespräch. Eine Website dient dem Interessenten als Lesezeichen im Kopf; das persönliche Gespräch dient dazu, dem Interessenten zu zeigen, dass er oder sie das richtige Buch liest. Viel mehr kann eine Website in diesem Bereich nicht erreichen.

    Und ja, Sie haben recht: Bilder transportieren natürlich auch Informationen, keine Frage. Sie sind wichtig, um den impliziten Bedürfnissen des Interessenten entgegenzukommen. Sie sollten aber m. E. nicht als „l’art pour l’art“ gesehen werden, sondern schon einem sachlichen Zusammenhang dienen. Am besten dienen Fotos / Abbildungen der persönlichen Positionierung des Absenders. Die Frage „Paulaner Weißbier am Nordseestrand“ oder „Das herbe Jever auf der Alm“ – Bilder transportieren eine Position schnell und nachhaltig. In Verbindung mit einer effizienten Headline-Strategie wird ihre Wirkung potenziert, und wenn dann noch der Text in Umfang und Aussagewert die 80%-Marke überschreitet, hat man alles richtig gemacht.

    In diesem Sinne meine besten Grüße
    in die Runde, und einen wunderbaren Sonnentag!

    VR

  • Hallo,
    habe diesen Post erst heute entdeckt, aber das Thema ist ja trotzdem noch aktuell.
    Ich habe vor einiger Zeit meine Website neu gestaltet und mir da auch viele Gedanken gemacht.

    Was mir auf die nerven ging, als ich Websites von Kollegen anschaute, waren zwei Dinge:
    – Riesen-Typos, viel Scrollerei, wenig Substanz.
    – Ermüdende Bleiwüsten, in denen man die Perlen suchen musste.

    Natürlich wollte ich es besser machen und habe mich um Texte bemüht, die etwas aussagen, nicht zuviel versprechen und vor allem neugierig machen sollen, weil da jemand es anders macht als der Mainstream.

    Wenn Sie einen Blick darauf werfen wollen: http://seminare4you.de/oder-besser-coaching

    • Hallo schön, dass Sie ihn gefunden haben 🙂 Sie schreiben sehr ansprechend. Der große Vorteil: Wer regelmäßig Ihr Blog liest bzw. hört, kann Sie bei den Texten regelrecht hören. Sie sprechen wie Sie schreiben oder umgekehrt. Das schafft Nähe und Vertrauen. Allein mein ästhtisches Auge stört sich an einigen Stellen am Design, aber da sind viele nicht so anspruchsvoll wie ich.

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