Vor einigen Jahren habe ich es eingeführt, dass ich zweimal im Jahr eine sogenannte Workation mache. Das heißt, ich arbeite dort, wo andere Urlaub machen. Und zwar nur an meinem Unternehmen, nicht für meine Kunden. Diese Auszeiten von meinem eigenen Arbeitsalltag, der meist eng getaktet ist zwischen Kundenterminen, Telefonaten, einer trotz Inbox Zero manchmal drückend langen Emailliste und Verpflichtungen zuhause, tun mir sehr gut. Es sind keine Auszeiten, in denen ich komplett abschalte und meditiere, sondern mich einfach meinen inneren Arbeitsflow hingebe. Das ist ein herrliches Gefühl! Ich war schon in Spanien an der Costa Brava und auf Mallorca bei der großartigen Doris Schuppe in ihrem Coworkingspace in Santanyi. In diesem Frühjahr bin ich ins Kloster Benediktbeuern bzw. in deren Gästehaus. Das ist ein sehr angenehmer Ort, an den ich viermal im Jahr übers Wochenende mit meinem Mann fahre, um wirklich abzuschalten und auzutanken. Ich kannte also schon das Haus und wusste, das Kloster und das Ganze Gelände darum sind ein regelrechter Kraftort für mich. Der weite Blick übers Moor und auf die Berge geben mir total viel Energie. Es gibt dort so viele Wege zum Spazieren, um den Kopf freizukriegen und so viele stille Orte und einfach dazusitzen und in die Luft zu schauen. Diese Workation im Frühjahr war eine meiner ersten Schreibwochen für mein Buch. Dieses Jahr mache ich jeden Monat eine Woche zur Schreibwoche. Die anderen Male war ich dafür immer zu hause.
Das war ein riesiger Unterschied. Diese Woche im Kloster war die mit Abstand produktivste Woche. Dort habe ich am meisten geschrieben. Ich kam regelrecht in einen Flow! Schreibflow, man liest ja darüber. Wenn du tatsächlich die Zeit um dich herum vergisst. Das hatte ich dort! Es war ein super Gefühl!
Danach hatte ich das in dieser Form nie wieder. Deshalb ja diese kleine Übung.
Ein Kloster hat einen ganz festen Rhythmus bestimmt durch das Schlagen der Kirchturmuhr. Der Tag ist strukturiert. Es gibt Morgengebete und Abendgebete. Daran muss man aber nicht teilnehmen. Es gibt feste Zeiten fürs Frühstück und Mittagessen. Das ist zwar in einer gewissen Weise auch eine Vorgabe, aber dennoch habe ich mich nicht so fremdbestimmt gefühlt, wie es im Alltag zuhause passiert. Kloster sind immer auch Orte der Ruhe. Der Kontemplation. Um in sich zu gehen. Das ist sehr wichtig für mich, mich zurückziehen zu können und meinen Gedanken einfach mal nachhängen zu können. Nichts müssen zu müssen. Ich kann es nur empfehlen, sich mindestens einmal im Jahr so herauszunehmen. Die Mönche hatten ein gutes Gespür für Orte. Das ist mir schon bei anderen Klöstern aufgefallen. Ein Kloster mit angeschlossenem Gästehaus ist ein guter Ort, um an seinem Unternehmen zu arbeiten oder auch einfach nur zu sein. Ich möchte diese Auszeiten nicht missen. Ich nenne sie meine Luftpolsterfolie. Diese Blasenfolie, in die man Zerbrechliches einpackt für den Versand. Darin packe ich mich ein, um nicht vom Alltag erdrückt zu werden.

Dies ist der dritte von 30 Artikeln, die ich nun jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Wenn du magst, schenke mir ein Thema, zu dem du einen #10minBlog Beitrag lesen möchtest. Dieses Thema schenkte mir Monika Rörig.

Wenn dich diese Challenge begeistert, schließe dich gerne an! Katja, IngaSteffi, Martina und Stefanie sind auch schon dabei. 

2 Comments

  • Ich beneide dich für diese Entscheidung.
    Diese Zeit, am Unternehmen zu arbeiten, habe ich mir viel zu wenig genommen und schon gar nicht als freie Zeit ohne Familie.
    Schade.
    Wobei: so ganz zu spät ist ja noch gar nicht.
    Ich glaub, ich muß wieder an die See. Mal ganz allein.
    Danke also für den Anstoß 🙂

    • Gerne! Es ist nie zu spät 😉 Am See ist auch ein toller Ort, um zu arbeiten. Überhaupt Wasser in jeder Form. Do it!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.