Waduba leitet sich ab von „Alles, was du brauchst“ und ist der erste Social Co-Created Marketplace, ein virtueller Marktplatz, bei dem die Funktionen von Kleinanzeigen mit denen sozialer Netzwerke verknüpft werden. Gründer Ralph Bärligea war 2012 Student in meiner Vorlesung „Social Media Management: Expertenstatus durch Netzwerkeffekte“. Es ist schön zu erleben, wie die Idee über die Zeit durch sein persönliches Engagement und durch Netzwerkeffekte gewachsen ist. Quasi lehrbuchmäßig!

 

Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?
tolerant, phantasievoll, durchsetzungsstark

Was begeistert Sie am allermeisten an Ihrem Business?
Die Möglichkeit, etwas ganz Großes zu bewegen, tatsächlich etwas zu verändern und so eine Verbesserung für ganz viele Menschen zu bewirken. Und was noch? Die Erfahrung, dass unvorhersehbar mindestens genauso viel Gutes, wie nicht so Gutes eintritt; Risiken eben immer auch Chancen sind und die ganze Spannung, die das Tag für Tag mit sich bringt.

Wer oder was inspiriert Sie?
Das sind Wissenschaftler, Erfinder, Gründer und Gedankenführer die für eine gute und einzigartige Idee gelebt und alles dafür gegeben haben. Früher haben Leute die Vögel angesehen und ans Fliegen geglaubt, dann den Mond angesehen und Jules Verne hat über den Flug zum Mond geschrieben. Heute ist das alles erreicht und wir haben noch viel mehr, Medikamente, Strom, Internet, Dinge die man sich einst noch gar nicht vorstellen konnte. Mich inspiriert die Idee des Guten und ich glaube, dass alles, was sich ein einzelner Mensch vorstellen kann, auch Realität werden kann. Ich denke darum, die Zeit der Menschen ist sehr wertvoll und dass man sie ernsthaft nutzen und erleben sollte.

Aus welchem Fehler haben Sie am meisten gelernt?
Ich habe festgestellt, dass es drei Dinge gibt, die für den Erfolg eines Unternehmens wichtig sind; alle drei hängen natürlich miteinander zusammen. Die Finanzierung muss sichergestellt werden, die Technik muss klappen und die Menschen müssen sich gut miteinander verstehen. Durch die Gründung von Waduba habe ich gelernt, das die Priorität nicht in der Reihenfolge zu sehen ist, wie ich das gerade aufgezählt habe, sondern genau anders herum. Der Erfolg von allem hängt von den Menschen ab, die mitmachen, von ihren Fähigkeiten und davon, wie gut sie sich miteinander verstehen und zusammenarbeiten. Nur wenn das stimmt, kann sich überhaupt alles weitere daraus ergeben.

Wer sind Ihre Wunschkunden?
Das sind Leute, die begeisterungsfähig sind und schon jetzt die Idee und den Vorteil von Waduba sehen und von Anfang an einfach mit dabei sein wollen. Unkomplizierte und gelassene Leute, die die Dinge und die Momente schätzen, Vertrauen zueinander haben und gerne Teil der Gemeinschaft auf Waduba sein wollen. Letztendlich ist damit jeder angesprochen! Das können junge Eltern sein, die neue Sachen für ihre Kinder auf Waduba finden. Das kann eine Studentin sein, die in eine neue Stadt zieht und schnell ihre Sachen über Waduba loswerden möchte. Das kann der nette Bücher- oder Schallplattenladen von nebenan sein, der über Waduba seine Follower über Unikate in ihrer unmittelbaren Nähe informiert, die es so wo anders gar nicht zu kaufen gibt. Oder Schuh-, Sport- und Modeläden, auch kleine Ketten, am besten inhabergeführt, sodass sie eigenständige Entscheidungen schnell treffen können und flexibel sind. Das alles sind Beispiele für ideale Kunden und Nutzer für die Gemeinschaft auf Waduba.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, die Fähigkeit erlangt zu haben, eigene Träume und Gedanken auch umsetzen zu können, dabei glücklich zu sein und auch anderen damit zu helfen. Meinungsfreiheit bedeutet für mich nicht einfach nur zu reden, sondern eigene Ideen auch in die Tat umsetzen zu können. Auch allgemein wird viel über Freiheit geredet. Aber egal ob positive oder negative Freiheit – wem das etwas sagt – beides muss erarbeitet werden. Dafür selbst die Verantwortung tragen zu können, das finde ich schon sehr erfolgreich. Auch sehe ich Erfolg so wie Vollkommenheit nicht als Zustand, sondern als auf dem Weg sein hin zu einem Ideal.

Welche Marketingmaßnahme kam oder kommt am besten an?
Am besten funktioniert, persönlich und ehrlich mit den Leuten zu sprechen. Wenn man dann die Reichweite einfach erhöhen will, ist der nächstbeste Schritt persönlich und ehrlich mit Medien zu sprechen, die dann weiter über einen selbst und das Produkt, das man anbietet zu noch mehr Menschen sprechen. Um Menschen persönlich anzusprechen und sie über das eigene Produkt zu informieren, eignen sich auch soziale Netzwerke und die Gruppen dort, die mit dem eigenen Thema zu tun haben, bestens. Das sind wirklich unschätzbare Möglichkeiten, die man da hat. Wenn es dann so läuft, das die Menschen von selbst über einen reden und unabhängige Referenzen für eine Marke abgeben, ist das das beste, was passieren kann. Marketing besteht ja aus diesen vier P, Product, Price, Placement, Promotion. Ich denke, dass alles zunächst mit einer guten Idee und dann einem guten Produkt zu einem guten Preis anfängt. Im nächsten Schritt geht es dann nur darum, die richtigen Leute über die richtigen Kanäle zielgenau anzusprechen und über dieses Produkt zu informieren. Was dabei ganz wichtig ist… schon bei der ersten Idee anfangen, mit möglichst vielen Leuten darüber zu sprechen. Das hat zwei entscheidende Vorteile: 1.) Man kann die Meinungen vieler Leute mit unterschiedlichen Erfahrungen in die Produktentwicklung einfließen lassen, damit dezentrales und unabhängiges Wissen nutzen und so das Produkt noch besser machen. 2.) Die Menschen erfahren schon früh und häufiger von der Sache, kennen die Entwicklungsgeschichte und werden so das fertige Produkt besser kennen und leichter annehmen. Mit Produkt meine ich natürlich immer auch Dienstleistungen.

Ihr liebstes Social Media Tool?
Das ist noch immer Facebook – ich bin mir aber sicher, das bald etwas noch besseres kommen wird, vielleicht auch aus Europa. Das ist ja auch das Ziel von Waduba. Die öffentliche Kritik an Facebook teile ich weitgehend. Es ist aber mein liebstes Tool, weil man hier immer noch am meisten machen kann, es sich für vielfältige Dinge eignet und die meisten Leute dort sind.

Welche Frage sollte sich eine Unternehmerin oder ein Unternehmer mindestens einmal stellen?
Bin ich bereit ohne Garantien und Sicherheiten mein eigenes Geld, meine eigene Zeit, meine eigenen Beziehungen, mein eigenes Wissen, meine eigenen Ressourcen in mein Unternehmen zu investieren und kann ich das? Bin ich bereit ohne Anspruch und sichere Erwartung auf Gegenleistung für meine Idee in Vorleistung zu gehen?

Wann und wo trinken Sie Ihren Espresso am liebsten?
Bei der Rast auf einer langen Autofahrt in Italien als authentisches Erzeugnis, das in dem Moment eine wichtige Funktion erfüllt und noch dazu ein Genuss ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Ralph Bärligea.

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