Gestern Abend hat der Social Media Club München mit großem Erfolg zum Thema „Corporate Transparency“ geladen: Es waren mehr Leute da als auf der Wies’n – das behauptete zumindest Foursquare. Das kann natürlich auch daran liegen, dass wir Social Mediatoren mal wieder unter uns waren. Bei der Frage, wie viele der Anwesenden twittern, gingen 90% der Hände hoch.

Nach einem kurzen Warmup, sponsored by O2 und Moccar Pompidou, gab es zwei Vorträge. Dr. Volker Klenk, Herausgeber des Buchs „Corporate Transparency“, gab eine etwas sperrige Einführung zum gleichnamigen Thema. Was hängen blieb: Es gibt ein großen Streben nach Transparenz, nicht so sehr bei den Unternehmen, aber seinen Stakeholdern. Beispielhaft genannt seien Politiker, Greenpeace und Aktionäre. Diese Transparenztreiber haben mit den Social Media neuen Treibstoff bekommen. Greenpeace muss jetzt beispielsweise nicht mehr das ZDF-Fernsehteam nach Brentspar mitnehmen, sondern kann selbst Videos drehen und veröffentlichen. Bekanntes Beispiel ist der Greenpeace-Kitkat-„Werbespot“. Wo Transparenztreiber sind finden sich auch Transparenzopfer (was für ein Wort!). Männer scheinen hier besonders gefährdet (siehe Bild). Fazit: Transparenz ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen – keine Frage. Sie ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Die wahrscheinlich einzige Marketingmaßnahme, wo viel tatsächlich viel hilft.

Den zweiten Vortrag hielt Inés Gutiérrez, die in der Zentrale von MAN SE das Corporate Publishing verantwortet und auch das Thema Social Media auf ihre Fahne geschrieben hat. Laut eigenen Angaben war ihre Funktion bis 2009, das Schlimmste zu verhindern. Seit einem Jahr treibt sie das Thema bei MAN voran. Es ist eine Strategie der kleinen Schritte, geprägt von gesundem Menschenverstand und solidem Kommunikationshandwerk. Der Vortrag von Frau Gutiérrez hat mich begeistert, weil sie so unangestrengt und humorvoll ihre Erfahrungen mit dem Thema Social Media dargestellt hat. Das hat Seltenheitswert. Gespannt sein darf man, ob aus dem Blog-Pilotprojekt zur IAA nicht doch etwas Größeres wird. Und wie sexy so ein LKW sein kann beweist die von MAN zur IAA gelaunchte iPhone-App.

Darüber hinaus war natürlich Zeit für gute Gespräche, analog und mit mehr als 140 Zeichen. Alles in allem ein runder Abend und eine gelungene Veranstaltung des Social Media Clubs München. Danke an die Organisatoren.

One Comment

  • Liebe Frau Martschenko,

    besten Dank für die schöne Zusammenfassung des wirklich informativen Abends gestern.

    „Männer scheinen hier besonders gefährdet“ – genau dieser Gedanke ging mir gestern ebenfalls durch den Kopf, wobei ich diese Aussagen noch um den Zusatz „ältere“ ergänzen würde.

    Genau diese Manager der alten Schule (in der Regel Ende 50 und männlich) sind aus meiner Sicht der größte Hemmschuh für Transparenz in Unternehmen und eine erfolgreiche Social Media-Strategie.

    Liebe Grüße
    Jessica Schmidt

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